Tips zum Familienauto-Kauf

Wie kauft man ein Familienauto? Welche Kriterien sind wichtig, um eine gute Kauf-Entscheidung zu treffen? Hier stelle ich Euch nach und nach meine persönlichen Tips zusammen. Ich habe mittlerweile einige Erfahrungen gemacht, die nicht immer ganz offensichtlich sind, die Euch aber vielleicht weiter beim Familienauto-Kauf helfen können:

Marken sind egal.

Eines habe ich in nach fast 10 Jahren Autos testen gelernt: Wer sich aus Sentimentalität oder Fan-sein stur auf eine einzige Marke beschränkt, könnte das perfekte Auto verpassen. Viel wichtiger sind Funktionalität und Features. Probiert verschiedene Marken aus, an die Ihr noch nie gedacht habt!

Aussehen ist egal.

Mir wird es immer egaler, wie ein Auto von außen aussieht. Obwohl ich durchaus ein Fan von gutem Design bin. Aber: Ein Auto – und besonders ein Familienauto ist ein Arbeitstier, das bestimmte Aufgaben erledigen soll. Das Aussehen ist für mich mittlerweile völlig unwichtig geworden. Denn wir selber sehen unser eigenes Auto meistens von innen. Daher ist der nächste Tip für mich der wichtigste:

Fühlt Euch im Innenraum wohl

Wo verbringt Ihr die meiste Zeit in einem Auto? Genau. IM Auto. Es gibt Fahrzeuge, die Euch von außen vielleicht nicht so gut gefallen, aber wenn Ihr drin sitzt, geht die Sonne auf und Ihr fühlt Euch rundum wohl. DAS sollte Euer wichtigstes Entscheidungskriterium sein. Ihr seht Euer Auto von außen fast nie. Warum also deswegen kaufen?

Lasst Euch von der Bedienung nicht abschrecken

Funktionen, die Euch bei den ersten Fahrten kompliziert vorkommen mögen, gehen nach ein paar Tagen oder Wochen in Fleisch und Blut über. Wenn Euch also eiinige Kleinigkeiten an einem Auto nerven, wie zum Beispiel die Bedienung des Radios, die Position eines bestimmten Knopfes oder die Stimme vom Navi: Daran gewöhnt Ihr Euch mit der Zeit.

Braucht Ihr das wirklich?

Bei Features und Funktionen, die einen auf den ersten Schlag begeistern solltet Ihr Euch ernsthaft fragen: Brauche ich die wirklich? Steige ich deswegen mit einem Lächeln ins Auto oder macht es mir das Leben beim Fahren leichter? Und danach könnt Ihr entscheiden, ob Ihr bereit seid wirklich mehr für solche Features auszugeben.
Für mich sind Dinge, die ich nicht (mehr) brauche zum Beispiel:

  • Navis – ich benutze zum Navigieren immer mein iPhone.
  • Glasdächer – persönlich habe ich festgestellt, dass ich es lieber dunkel über mir habe.
  • Multifunktionslenkräder – können praktisch sein. Ich konnte mich bisher nie dran gewöhnen und habe immer die Knöpfe in den Konsolen benutzt.
  • Platz – manche meinen, ein Familienauto kann nicht groß genug sein. Bisher ist meine Erfahrung, dass auch ein Kleinwagen ausreicht, wenn man ein bisschen clever packt. Möglicherweise ändere ich meine Meinung hierzu aber noch 😉

Wollt Ihr wirklich darauf verzichten?

Kleine Motoren sind nicht immer besser: Auch beim Familienauto darf man auch ein bisschen unvernünftig sein. Bei der Motorisierung zum Beispiel. Klar: Als junge Familie muss man meistens auf den Euro schauen. Damit auch auf den Verbrauch eines Autos.
Aber:
Rechnet Euch mal aus, wieviel Ihr ungefähr im Jahr fahren werdet. Und rechnet dann, wieviel Euch das Modell in der stärkeren Motorisierung im Jahr mehr kostet. Möglicherweise kommt Ihr auf 200-300 Euro Mehrkosten im Jahr, die aber ein großes Plus an Fahrspaß, Komfort und Sicherheitsreserven rechtfertigen.

Denkt und entscheidet langfristig

Meine Eltern haben ihre Autos für 15-20 Jahre gekauft. Dafür haben sie dann auch etwa höher ins Regal gegriffen und das gekauft, was sie langfristig zufrieden macht und auch zuverlässig hält.

Heute kaufen die meisten Menschen Autos nur noch für wenige Jahre. Warum eigentlich?

Geht bei Eurer Entscheidung doch erst einmal davon aus, dass sie langfristig sein soll. Doch was bedeutet das?

Suchst Du bsw. ein kleines Auto, weil Ihr in der Stadt wohnt und Du Parkplatzsorgen hast? Dann frage ich umgekehrt: Wie wahrscheinlich ist es, dass Du in ein oder zwei Jahren immer noch in der Stadt wohnst? Wollt Ihr vielleicht eher aufs Land? In eine größere Wohnung mit Garten oder sogar ein Haus ziehen? Erledigt sich das Parkplatzproblem dann von selbst? Und braucht Ihr dann vielleicht sowieso ein größeres Auto?

oder:
Es gibt Dinge an Autos, an die man sich gewöhnt. Oben erwähnte ich bereits die Bedienelemente, die in den ersten Minuten verwirrend wirken, aber schnell Gewohnheit werden.
Andererseits gibt es aber auch Merkmale, an die man sich nicht gewöhnt. Für mich sind das Geräusche – ein nervig lautes Brummen des Motors zum Beispiel. Oder noch viel schlimmer:

Schlechte Sitze. Ich hatte mal recht kurzfristig ein Auto gekauft, mit dem ich nie glücklich geworden bin, weil mir nach einer halben Stunde der Rücken auf den Sitzen weh tat. Das schlimme: Ich hatte es bei der Probefahrt gemerkt und dachte: „Aaaach, da gewöhnste Dich schon dran!“ – Pustekuchen!

Sucht nach diesen Dingen und denkt drüber nach, was Euch langfristig wirklich stören wird und über was Ihr mit der Zeit nicht mehr als störend wahrnehmen werdet.