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Psychologie im Auto: Wie fahren wir? – Ergebnisse der Shell GoWell Studie

Auf die Wirkung von Achtsamkeit beim Autofahren hatte ich ja bereits zu Beginn der Studie hingewiesen, an der ich im September 2017 teilnahm. Mittlerweile wurden die Daten von der Goldsmith University London analysiert und interpretiert, die durch Smartphones (Fahrdynamikwerte des Autos) und Fitness-Tracker (Köpermesswerte und Emotionen der Fahrer_innen) wurden aufgezeichnet.

Kurzer Disclaimer vorweg: Shell hat mir die Arbeitszeit, die ich an der Studie teilgenommen habe vergütet.

Die Motivation von Shell war es herauszufinden, wie sich Autofahren auf das Wohlbefinden auswirkt und natürlich auch, wie dadurch das Kunden-Nutzen und -Erlebnis an Shell-Stationen verbessert werden kann. Hier ein paar Facts zum Einstieg aus über 300.000 Datensätzen:

  • 267 Teilnehmer aus Deutschland
  • 2637 Fahrten wurden aufgezeichnet, die
  • 37 Minuten gedauert haben (durchschnittlich)
  • 32 Kilometer weit waren (auch durchschnittlich) und mit
  • 47 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit gefahren wurden
  • Fahrperformance ist unabhängig vom Geschlecht!
  • Deutsche Autofahrer sind im weltweiten Vergleich die effizientesten!

Ok, Effizienz können wir hier einfach ganz gut.
Aber: Wir haben auch Autoobahnen ohne Tempolimit. Da hätte ich erwartet, dass die Effizienz dann doch von der Leidenschaft abgelöst wird 😉
Das bedeutet genau: Von 100 möglichen Effizienzpunkten hat Deutschland im Schnitt 69 Punkte geholt. Zum Vergleich:

  • Türkei 66
  • Malaysia 61
  • Niederlande 52
  • Südafrika 51

Effizienztechnisch habe ich mich die meiste Zeit bei 80% rumgetrieben. Leider wurden meine Fahrten, die mit der Zeit besser wurden nicht übertragen, ich war auf bestem Weg zu 90%.

Everything that gets measured, gets managed

Es reicht schon, einige Parameter regelmäßig aufzuzeichnen und sich vor Augen zu führen um besser zu werden! Probiert es mal aus!

Interessant finde ich diese Punkte, die die Studie über die teilnehmenden Autofahrer aus Deutschland heraus gefunden hat:

  • Autofahrer in Deutschland fahren mit Leidenschaft
  • Parkplatzsuche & Zeitdruck sind echte Stressfaktor und wirken sich direkt negativ auf den Gemütszustand aus
  • Haben meist eine Flasche Wasser dabei!
  • Eine positive Grundeinstellung und offene, sympatische Art erhöhen die Effizienz

Aber hey:
Mir geht es ja ganz ähnlich.

Drei Dinge haben mich zu einem besseren und mittlerweile sehr ruhigen Autofahrer gemacht:

  1. Elektroauto fahren schult auch das smoothe, gleichmäßige und effiziente Fahren. Meine knapp 15.000 Kilometer mit E-Autos haben sich mächtig bezahlt gemacht, was mein allgemeines Fahrverhalten und vorausschauende Fahren angeht.

  2. Motorrad fahren hilft ungemein. Zum einen ist es auf dem Zweirad lebenswichtig, auch das Fehlverhalten der anderen um einen herum vorherzusehen und einzuplanen.

Zum anderen ist das Erlebnis Motorrad fahren so viel unmittelbarer als Auto fahren, dass man im Auto automatisch ruhiger wird. Zumindest ging es mir so.

  1. Und last but not least: Diverse Trainings auf Rennstrecken haben mich deutlich ruhiger und besonnenener auf der Straße fahren lassen. Nicht zu letzt das Ferrari Fahrertraining an dem ich durch Shell in Maranello teilnehmen konnte, hat mir gezeigt, was ein Auto kann (auch was nicht). Und vor allem: Was ich kann und was nicht.

Wenn man sich auf einer Rennstrecke aus über 200 auf unter 50 an eine enge Kurve ranbremst und sich immer näher an das mögliche Limit herantastet, erlebt und erfährt man, dass das auf öffentlichen Straßen nichts zu suchen hat. Aber wie das mit Erfahrungen eben so ist: Die muss man machen. Anderen davon zu erzählen ändert nur wenig.

Zwei Fazite an Shell:

Daher mein Tipp an Shell: Vielleicht solltet ihr Track-Days oder Racing-Kurse für Leute verlosen, die gerade aus der Fahrschule kommen.

Leidenschaft

Fragt Fahrschulen in besonders heiklen Gegenden, wer die jungen Wilden sind und ladet diese zu Racetrack Trainings mit entsprechenden Fahrzeugen ein. Ich bin mir zienlich sicher, wer mit einem guten Instruktor auf einer Rennstrecke ans Limit geht und zu einem Zeitpunkt am Limit fahren lernt, bekommt Respekt vor der Physik, mehr Verständnis für das Verhalten des Fahrzeugs und wird gleichzeitig auf der Straße ruhiger und verliert das Interesse am gefährlichen Heizen.

GoWell
Die Studie zeigte auch: Wer als Stammkunde immer zur gleichen Tankstelle fährt, ist entspannter als diejenigen, die immer nach den günstigsten Tankstellen suchen.
Das ist mMn auch auch psychologisch erklärbar: Wer Entscheidungen nicht immer wieder neu treffen muss, sondern sich eine automatisierte Gewohnheit schafft, spart Entscheidungsenergie für anderes.

Kleiner Tipp: Diese Entscheidungsenergie spart Ihr auch, wenn Ihr euch auf euer Navi verlasst, statt bei Umleitungen oder vermeintlich seltsamen Wegführungen einfach eine andere Route zu suchen. Aufs Navi vertrauen und den Kopf frei haben, führt für mich eigentlich immer zu entspannterem (und schnellerem) Ankommen.

Wellness
Schnäppchen- und Bestpreis-Jäger mögen zwar den kleinen Dopaminstoß kriegen, wenn sie den günstigsten Liter-Preis entdecken. Die eigentliche Suche danach, das Vergleichen und das ungewisse Gefühl, vielleicht doch nicht, DEN Top-Preis bekommen zu haben, sorgen für zusätzlichen Stress und negative Gefühle wie Misstrauen bsw.

Mein Tipp: Shell-Stationen sollten Wellness Oasen sein. Orte, an denen man sich gerne aufhält, zu denen man gezielt fährt, um sich zu erholen und Stress abzubauen. Mit Lounge-Charakter. Nicht nur um sein Auto, sondern auch selber etwas aufzutanken.

Insbesondere wenn Elektromobilität sich weiter verbreitet, wäre so weiterhin ein Geschäftsmodell für Tankstellen vorhanden. Der Strom für das Elektroauto kostet deutlich weniger als der Kraftstoff. Aber die Zeit zum Auftanken des Autos zwischen 15 und 30 Minuten kann von Fahrer_innen und Passagieren an einer Shell GoWell Station sinnvoll genutzt werden.

Mein persönliches Fazit:

Speaking of E-Mobility: 32 Kilometer im Durchschnitt. Soviel zum Thema Reichweite von Elektroautos und Alltagstauglichkeit 😉

My 2 Cents.

Wenn Ihr es selber mal ausprobieren wollt: Die Shell App könnt Ihr hier für iOS und hier für Android runterladen.

2 Cents von anderen zur Shell GoWell Studie:
Sandmann
Ausfahrt.tv mit Video
Jens Rad-ab.com
MamaHochZwei 
Butterflyfish
Shell Pensionäre

Fragen oder Ergänzungen? Hau's raus!