Testberichte Familienautos
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Nissan X-Trail – Familienauto Test #002

Was ein Kontrast: Von unserer ersten Familienauto Probefahrt im mehr als vernünftigen, kompakten Elektroauto Renault ZOE zum doch etwas größeren SUV Brocken, dem Nissan X-Trail 🙂 Dabei ist die Echse natürlich auch nicht gerade unvernünftig, aber anderes Kaliber als der französische Stromer. Nissan claimt zum X-Trail: Wenn Ihre Vernunft das Abenteuer sucht 🙂 Vielen Dank an Auto-Mattern fürs probefahren lassen!

Nissan X-Trail

Ersteindruck zum Nissan X-Trail

Der X-Trail ist chic. Richtig chic geworden. Ich erinnere mich ja noch an einen meiner frühen Probefahrer-Berichte von 2009 über den alten X-Trail. Der war noch so ein richtiger rechteckig, praktisch, guter Geländewagen. Der neue hat nun eine komplett andere Basis und löst den großen 7-sitzigen Qasqai+2 bei Nissan ab. Das Design ist deutlich gefälliger und urbaner geworden. Trotzdem konnte ich es mir an einem der wenigen verschneiten Tage nicht verkneifen, die Echse mal in den Wald zu schicken 🙂 Interessanterweise wurde ich schon lange nicht mehr so häufig auf ein Auto angesprochen mit dem ich unterwegs war.

Innenausstattung

Reingehupft fällt wie immer erstmal das Lenkrad auf. Feines Leder mit angenehm dünner Naht auf der Innenseite. Überhaupt: Leder und Klavierlack dominieren im X-Trail. Aus dem Oberförster-Look das alten Feldweghopsers ist Executive Style für den Boulevard geworden. Kann man sich dran gewöhnen! Die Sitze vorne sind elektrisch verstellbar, angenehm fest und mit Lendenwirbelstütze auch was für meinen Rücken auf langen Strecken. Irgendwas las ich auch davon, dass bei der Entwicklung die NASA zu Rate gezogen wurde, um die Sitze möglichst ermüdungsfrei zu bekommen. Wie und was da genau gemacht wurde, konnte ich allerdings nicht heraus bekommen.

Über dem Kopf lässt sich fast bis über die Rücksitzbank das Sonnenglasdach öffnen. Allerdings hat mich im Winter eher die Sitzheizung begeistert, die innerhalb von 2 Minuten den Hintern warm bekommt. Allerdings performt die eigentliche Heizung im Fußraum nicht ganz so. Während das Auto an sich mollig warm wird, hatte ich doch immer ne gute Viertelstunde lang kalte Füße vorne.

Entertainment

Bluetooth Connection mit dem iPhone und ordentliche Podcast- und Hörbuch-Wiedergabe sind für mich ja wie immer ausschlaggebend. Das Nissan System läuft 1A – etwas besser als im Renault wie ich finde, da ich dort immer erst wieder recht umständlich im Menu zur Bluetooth Wiedergabe klicken musste. Das Radio im X-Trail nimmt nach dem Start nicht nur sofort und recht zügig die Verbindung zum iPhone wieder auf, es spielt sogar sofort den Podcast weiter ab! Und das, obwohl ich nicht die offizielle Apple Podcast-App verwende, sondern Downcast. Keine Selbstverständlichkeit also.

Der Sound ist sehr gut. Auch bei den wenigen Musikstücken, die ich gehört habe. Meistens um das Baby hinten mit seiner Schlafmusik ins Land der flachen Dächer zu schicken 😉

Die Kameras für die Rundumsicht sind Gold wert! Ich hatte die eine oder andere Tor- und Parkhausdurchfahrt, bei denen ich mehr als froh war, ein paar einweisende Augen draußen zu haben. 4,64m Länge mal 1,82m Breite sind insbesondere bei so einer runden Form nicht ganz easy zu zirkeln.

Fahrverhalten

Auf der Straße liegt der X-Trail wunderbar. Ein echter Kilometerfresser für die Autobahn und trotz der stattlichen Figur easy durch die Stadt zu maneuvrieren. Interessanterweise ist er auf unserem Holperweg etwas mehr am rütteln, als die Renault ZOE. Das mag am etwas strafferen Fahrwerk liegen, am langen Radstand, oder den eben doch deutlich festeren Sitzen. Ist auch nicht unangenehm, aber von Crossover SUVs erwartet man ja immer eher eine weiche superkomfortable Abstimmung. Da wunderts erstmal kurz, wenn es sich sportlicher anfühlt.

Der 1,6 Liter Turbomotor schiebt die etwas mehr als 1,5 Tonnen recht souverän vorwärts. Klar ist der X-Trail kein Sportler, aber für knapp 200 auf der Autobahn langt es 😉 Schade finde ich, dass es den Benziner generell nicht mit Automatik gibt. Einfüßigkeit mag ich ja fast so gerne wie einhändige Bedienung 😉

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Die Assistenten des X-Trail

In der Tekna Ausstattung bringt der Nissan X-Trail einen ganzen Haufen an Assistenzsystemen mit – als Paket dann Safety Shield genannt. Die sind mit das wichtigste im Familienauto wie ich finde, denn gerade wenn die Kinder größer werden, können sie einen da hinten ja sehr gut ablenken. Da sind Spurassistent, Totwinkelwarner, Not-Bremsassistent, Geschwindigkeits-Warner, Einparkassistent, Müdeigkeitswarner usw. einfach Gold wert. Auch wenn man sich noch so konzentriert, es ist gut zu wissen, dass die Technik mit aufpasst.

Das automatische Einparken konnte ich nicht so recht testen, habe es auch nicht gebraucht. Aber hier gibt es ein prima Video dazu.

Die Familientauglichkeit

Im Zusammenhang mit Baby fiel mir (mal wieder) sofort die Innenbeleuchtung hinten auf. Die ist zwar im Nissan X-Trail vorhanden, aber lässt sich nicht vollständig ausschalten und kann das Kind daher unter Umständen blenden bzw. nach erfolgreichem in-den-Schlaf-fahren wieder unsanft aufwecken. Genaueres dazu lest Ihr in dieser Familienauto-Notiz.

Nissan-X-Trail-Keyless-Entry

Einhändigkeit deluxe! Ich werde ja nicht müde zu betonen, wie wichtig es mit Baby, ist Dinge einhändig geregelt zu kriegen. Der X-Trail kann über die Knöpfe an den Türgriffen einhändig geöffnet und verschlossen werden, wenn man den Schlüssel in der Tasche hat. Und die Kofferraum Klappe öffnet mit Druck auf dem Schlüssel oder den Knopf am Klappengriff automatisch und schließt sich auch so wieder. Herr-lich! Ach und zum Auto anlassen muss man den Schlüssel ebenfalls nicht aus der Tasche nehmen. Dabei haben reicht, um über den Druck auf den entsprechenden Knopf die Echse anzulassen.

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Durch die im Theater-Modus etwas höher angeordneten Sitze hinten, schauen Kinder und Kinderbespaßungspersonal hinten bequem etwas über die Fahrersitze hinweg.

Die abgedunkelten Scheiben hinten und die erhöhte Position machen den Fond zum perfekten Still-Raum auf dem Parkplatz. Da so schön viel Platz hinten ist, lässt sich schnell mal der Kindersitz drehen und Baby füttern. Einzig die Höhe hat Angie mit ihren 1,58 etwas zu schaffen gemacht. Baby in den Dualfix Kindersitz rein- und wieder rausheben war für sie schon etwas herausfordernder.

Kofferräume scheinen ja für die meisten Menschen DAS Familienauto-Kriterium zu sein. SO irre viel mussten wir nicht transportieren bisher. Aber gut zu wissen, dass bis zu 2,60 Länge und mit allem umgelegt 2000 Liter Volumen in dem hohen Kombi zur Verfügung stehen. Deutlich praktischer als die schiere Größe sind die vielen Abtrennungen und Zwischenböden mit denen sich der Kofferraum gesondert aufteilen lässt.

Und sonst so?

Das X-Trail ist schon recht hoch und groß. Zum Frontscheibe kratzen oder Radioantenne hinten auf dem Dach abschrauben ist schon ein bisschen klettern angesagt.

Was ich nicht verstehe ist, warum man die Scheibenwischer vorne nicht hochklappen kann zum Kratzen. Die stoßen bevor sie ganz hochgeklappt sind an die Motorhauenkannte.

Die Dämmung ist großartig. Das fiel mir vor allem auf, als ich die Tür bei schreiendem Kind zu machte und plötzlich draußen Ruhe herrschte. Also wirklich STILLE! Ziemlich beeindruckend 😉

Mein Fazit zum Nissan X-Trail als Familienauto

Taugt super als Familienkutsche – ABER: Eigentlich erst ab 4 Personen. Oder wenn man regelmäßig viel zu transportieren hat. Zumindest kann der X-Trail dann seine Stärken erst so richtig gut ausspielen.

Manche Ecken sind schon etwas enger zu durchfahren und ich musste die 360 Grad Kameras zu Hilfe nehmen. Aber dafür trohnt man eben auch in einem ordentlichen Schiff 🙂

Aktuell ist er für uns noch ein bisschen groß. Aber in 4, 5 Jahren könnte er wirklich was sein.

Mich hat er jedenfalls überzeugt. Die knappen 30.000 für die Tekna-Ausstattung und Benzinvariante ist er definitv wert.

Einfach mal selber beim freundlichen Nissan Händler anschauen 😉

Meine gesammelten Notizen während des Probefahrens könnt Ihr hier im einzelnen nochmal  nachlesen

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Fragen oder Ergänzungen? Hau's raus!