Thema Familienauto
Kommentare 2

Jan Gleitsmann von ausfahrt.tv im Interview Nr.2 zum Familienauto

Jan YouTube Superstar

Wie und was denken andere über Familienautos? Meine Süße und ich haben ja unsere eigene eher eng gefasste Perspektive und zudem auch noch einen recht kleinen Erfahrungsschatz mit Kind. Darum frage ich momentan Menschen, die im Web unterwegs sind nach Ihren Gedanken, Erfahrungen und Meinungen zum Thema Familienauto und habe bereits aus den ersten wahnsinnig schnell eingetrudelten Antworten sehr viel neues gelernt.

Am (rasend)-schnellsten hat Jan auf meine Fragen geantwortet. Gefolgt von einem weiteren Bielefelder, aber dazu später mehr 😉

Jetzt freue ich mich erstmal, Euch die ersten Antworten zu präsentieren vom Jan Gleitsmann:

0. Kurze Intro: Wer bist, Du, was machst Du und wo können die Leute mehr über Dich erfahren?

Ich heisse Jan Gleitsmann, bin Vater von zwei Kindern (10 und 16 Jahre) und arbeite selbstständig in Vollzeit als Autoblogger (auto-geil.de) und Youtuber. Mit meinem Youtube Kanal Ausfahrt.tv erreiche ich monatlich über 1 Million Zuschauer.

Die Ausfahrt.tv Auto-Reviews sind immer gleich aufgebaut, somit sich alle von uns besprochenen Fahrzeuge für die Zuschauer einfach zu vergleichen. Im Rahmen unserer Clips schauen wir uns auch die hintere Rückbank genauer an, prüfen, ob ISOFIX-Halterungen verbaut sind, ob die Gurtlänge ausreicht, um einen Kindersitz zu befestigen und ob die Seitenfenster mit einem Einklemmschutz daher kommen.

Nebenbei blogge ich auch noch bei Auto-Geil.de über Autos und unter Fredericken.com über den Rest des Lebens.

Hier mal das aktuellste Video von Jan zum Mitsubishi Space Star – die Autos, die Jan im Verlauf erwähnt habe ich soweit verfügbar auf seine Video-Reviews verlinkt:

 

1. Was macht ein Familienauto für Dich aus und warum?

Naja, ich meine, dass es DAS Familienauto gar nicht wirklich gibt. Sind die Kinder noch kleiner, hat man ja ganz besondere Anforderungen (Kinderwagen, Babyschale, Mutter sitzt mit hinten, Kind soll auch auf dem Beifahrersitz angeschnallt werden können).

Werde die Kinder dann größer, ist vieles gar nicht mehr so wichtig, oder besser – andere Ausstattungsoptionen sind dann wichtiger – zum Beispiel USB oder generell Stromanschlüsse im Fond. Zudem muss man häufiger ein paar Freunde der Kinder mitnehmen und braucht dann noch ein paar Sitzplätze mehr.

Kommen die Kinder dann in ein Alter, in dem sie selbst den Führerschein machen, will man ihnen mitunter nicht den riesigen Familienvan mitgeben.

In meiner automobilen Karriere hatte ich das Glück zur rechten Zeit einen Ford S-Max aufgedrängt bekommen zu haben. Ich wollte das Auto nicht, war als Mercedes-Fanboy nicht sonderlich von der Marke angetan, brauchte aber letztendlich ein Fahrzeug und habe ich dann genommen. Über die Zeit habe ich ihn liebgewonnen und vor allem als Familienauto geschätzt. Ausreichend Platz auf der Rückbank. Dazu einen riesigen Kofferraum, in dem man noch mal 2 Sitzplätze schaffen konnte. Ein großes Glasdach bei dem die Kinder auch noch oben eine schöne Aussicht hatten. Dazu ausreichend Stromanschlüsse und für mich sportlich-bequeme Sitze, anständige Lautsprecher und einen Motor, der auch sehr zügige Fahrweisen unterstützt hat.

Ich denke der S-Max und seine Mitbewerber wie der Volkswagen Touran, der BMW 2er Gran Tourer, der Renault Grand Scenic, der Citroen Grand C4 Picasso oder auch der Opel Zafira, um nur einige zu nennen geben schon ein sehr gutes Allround-Familien-Auto ab.

2. Denk mal an Deine Kindheit zurück: Was waren damals typische Familienautos? Was hat sich seitdem verändert?

Gab es damals typische Familienautos? Ich denke, damals waren es hauptsächlich viertürige Limousinen in den 70iger Jahren. Aber selbst ein Käfer oder später ein VW Polo waren angesehene Familienautos.

3. Was waren die Familienautos Deiner Eltern in Deiner Kindheit?

Ich bin weitestgehend in einem VW Polo groß geworden. Parallel hatten wir einen Mercedes W123 oder auch einen Alfa Giulia. Aber der Polo war quasi „mein“ Auto. Mit dem sind wir auch mit Sack und Pack in die Schweiz gefahren.

4. Und an welche Geschichten aus Deiner Kindheit die sich im oder ums Familienauto abgespielt haben, kannst Du Dich noch erinnern?

Ich weiss nur noch, dass ich auf den langen Fahrten in die Schweiz auf der Rückbank eine kleine Burg hatte. Ich habe oft Heflte mitgenommen, um mir die Kennzeichen der vorbeifahrenden Autos zu notieren. Sowas geht ja heute gar nicht mehr, weil die Kids im Kindersitz verzurrt sind. Ich habe damals auf der Rücksitzbank gekniet.

5. Wie wichtig ist Dir ein Auto überhaupt?

Na hörmal, ich bin Autoblogger und -Youtuber. Ich mag Autos einfach. Ich möchte auch nicht in Städten wohnen, wo einem die Parkplatzsuche den Spass am Fahren nimmt.

6. Style oder Funktion – was ist Dir wichtiger?

Der gute Mix macht es, oder? Mein favorisiertes Familienauto wäre aktuell ein Porsche 911 Carrera 4 GTS. Die Form finde ich atemberaubend. Er bietet genug Platz, damit ich mit einem Kameramann und meiner Ausrüstung zu Drehort komme. Ich kann damit locker die Kinder zur Schule bringen, weil zumindest noch junge Teenager auch auf der Rücksitzbank Platz finden. Es ist halt wohl immer der persönliche Blickwinkel.

Und weil Ihr es einfach gesehen haben müsst – hier Jans Review zum Porsche 911 

7. Kombi? Kompakter? Van mit Schiebetür? Was fährst Du selber als Familienauto? Wie zufrieden bist Du damit?

Ich fahre hauptsächlich Testwagen. Und da alles quer durcheinander. Die Kinder wollen Fenster, die sich runterfahren lassen (im DS4 oder Citroen Cactus kann man die Fenster nicht herunterkurbeln oder fahren – in unserer Familie ein Ausschlussgrund). Privat bewege ich in Ausnahmefällen einen 1995 Opel Corsa B. Auch da habe ich eigentlich genug Platz. Wobei ich mir persönlich keinen 3-Türer kaufen würde (es sei denn es ist ein Porsche), weil das Umlegen der Sitze doch immer nervig ist, wenn man stets Personen auf der Rückbank mitnimmt. Parallel fahren wir noch einen Ford Mondeo Turnier. Der reicht uns vollkommen aus, was das Platzangebot angeht.

8. Sparsam oder Fahrspaß – was ist Dein Fahrstil? Vermisst Du mit der Familienkutsche etwas beim Autofahren?

Fahrspass! Wobei sparsam fahren ja auch Spass machen kann, wenn man es schafft seinen Durchschnittsverbrauch zu unterbieten. Der oben genannte S-Max hatte über 200 PS und hat im Schnitt 11 Liter verbraucht. Da war durchaus Fahrspass mit dabei.

9. Wieviel ist Dir ein Auto wert?

Dadurch, dass ich stets die neusten Fahrzeuge fahre, brauche ich privat nicht viel und komme mit älteren Baujahren prima zurecht. Wenn ich Geld in die Hand nehme, dann lieber für alte Autos. Ich besitze u.a. ein Fiat 500 von 1960. Der hat nicht mal Gurte vorne und ist somit als Familienauto vollkommen ungeeignet. Darum haben wir nachdem beide Kinder da waren auch eine 1972 Citroen DS angeschafft. Vorne und hinten Gurte – Platz im Innenraum ohne Ende. Bloss leider fehlt mir die Zeit, mich um das Auto zu kümmern geschweige denn, es mal zu fahren.

10. Familienauto-Features: Was ist ein MUSS und was würdest Du Dir zukünftig wünschen?

Mit meinen Kindern habe ich da keine MUSS-Optionen mehr. USB- und Stromanschlüsse vorne wie hinten vielleicht. Ein vernünftiges Infotainment-System, was mehrere Handys verwalten kann, wäre auch fein. Leseleuchten für die Kinder hinten, die mich bei Fahren im Rückspiegel nicht blenden wären fein.

11. Bonusfrage: Was ist Dein bester Tipp, wenn man mit Kindern im Auto unterwegs ist?

Alle Fahrten so planen, dass man sehr viel Zeit hat und stressfrei jederzeit mal ranfahren kann, um die Lütten zu betüddeln. Ich finde Kopfstützen-Displays zum Filmeschauen zwar verwerflich, aber gerade für längere Fahrten unabdingbar. Zudem sollte man sich zwingend einen 12-zu-220-Volt-Adapter ins Auto legen.

Wieder eine Menge dazu gelernt. Die Beleuchtung hinten ist für mich ja auch immer wieder ein Thema – allerdings (noch) nicht, damit die kleine Piratin hinten lesen, sondern, dass sie trotz Beleuchtung weiter schlafen kann.

Vielen Dank für Deine Zeit und Antworten, Jan!

Das Artikelportrait mit dem Titel Jan-YouTube-Superstar 😉 ist Jans Analyse-Beitrag zu YouTube Kanälen der Autohersteller entnommen und wurde von Patrick Ludolph (Neunzehn72) fotografiert.

2 Kommentare

  1. Pingback: Interview Nr.3 - Jens Stratmann von Voice over Cars -

  2. Pingback: Interview Nr. 8 - Robert Basic mein Blogpapa über Familienautos ;) - Familienauto gesucht

Fragen oder Ergänzungen? Hau's raus!