Thema Familienauto
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Interview zum Familienauto Nr.1: Mit mir selbst

Möchtet Ihr Eure Meinung zum Thema Familienauto loswerden und hier auf dem Blog stehen haben? Dann beantwortet die unten stehenden Fragen und schickt mir Eure Antworten ggf. mit Bildern per Mail an: probefahrer.alex@gmail.com

1. Was macht ein Familienauto für Dich aus und warum?

Tja gute Frage. Genau deswegen habe ich ja diese Seite angefangen. Um genau das heraus zu finden.

Die offensichtlichen Attribute dürften: praktisch, geräumig und sicher sein. Mit ein bis zwei Kindern wird das von fast jedem heute gebauten Auto erfüllt.

Von dem hier vielleicht nicht gerade 😉

Willys-Jeep-Alex-Kahl-Probefahrer-DLimP-sml

Sicherheitsassistenten sind wohl der größte Fortschritt für Familienautos, denn, sie schützen dann, wenn man es am dringendsten braucht: Wenn Kinder einen unfreiwillig ablenken und die Aufmerksamkeit sich von der Straße nach hinten verlagert. Meine Mutter hat es damals fast mal zerlegt, weil ich hinten irgendein Geschrei veranstaltet habe und seit dem Tag war ihr Sicherheitsassistent beim Autofahren Ignoranz 🙂

Unfallsicherheit und Aufprallschutz setze ich mittlerweile einfach voraus.

Kleinigkeiten werden mit Kindern plötzlich wichtig! Zum Beispiel, dass man hinten beim Kindersitz ziemlich dringend Innenraumbeleuchtung braucht 🙂

In die Rücksitzbank integrierte Kindersitze haben mittlerweile ja bereits einige Autos. Zum ersten Mal ist mir das bei nem Ford Mondeo aufgefallen. Das ist schon ein echt nettes Feature. Auch wenn ich doch immer auf speziell sichere Zusatz-Kindersitze zurück greifen würde.

2. Denk mal an Deine Kindheit zurück: Was waren damals typische Familienautos?

So zwischen Mitte der Siebziger bis Ende der Achtziger waren in meiner Erinnerung vor allem Limousinen und Kompaktwagen die typischen Familienautos.

Mein Onkel und Tante hatten zum Beispiel nen Golf I. Den finde ich recht typisch. Nen Opel Kadett auch.

Mein Opa fuhr einen Ford Granada mit Vinyldach mit so einem lustigen Logo im Kühlergrill – eine Weltkugel? Oder ein ARAG-Versicherungslogo? Ich weiß es nicht mehr. Aber da wren seine Kinder eigentlich schon alle aus dem Haus.

Kombis waren in meiner Kindheit noch eher selten. Den einzigen Kombi, den ich bewusst wahr genommen habe, war ein Mercedes W123er T-Modell Kombi unserer Nachbarn, den ein Kumpel von mir damals immer als Bauern-Benz bezeichnet hat 😉

3. Style oder Funktion – was ist Dir wichtiger?

Funktion. Absolutamente! Das letzte Auto habe ich danach gekauft, ob mein iPhone darin vernünftig funktionierte.

Das Aussehen eines Autos ist für mich eines der unwichtigsten Kritierien. Von außen sehe ich mein Auto schließlich eh nie.

Viel wichtiger ist, dass ich mich innen wohl fühle und das ein Auto feine, nette Funktionen drauf hat.

Was den Style angeht, würde ich eher Pflegeleichtigkeit und Robustheit in den Vordergrund stellen. Sitze, aus denen man Kotze nicht vernünftig raus kriegt sind eher weniger wünschenswert. Und Inneneinrichtung, die bei der kleinsten Kollision mit Schuhen oder Spielzeug Macken bekommt, braucht auch kein Mensch.

Aaaaaaber – was Macken in Autos angeht, so werde ich es immer mehr halten wie es der großartige und unvergessene Randy Pausch in seiner Last Lecture über People over things gesagt hat – hier in der Kurzfassung bei Oprah ab Minute 6:10

Übrigens hat Magnus von Auto Mattern ganz ähnlich wie Randy Pausch reagiert, als ich fragte, was passiert, wenn meiner kleinen bei einer Probefahrt mit einem der Autos ein Malheur passiert und er sagte nur: „Mach Dir mal keinen Kopf – wir haben super Aufbereiter hier“ 😉

4. Was war das erste Familienauto Deiner Eltern?

Das erste gemeinsame Auto meiner Eltern war ein VW Käfer.

Das erste echte Familienauto war ein BMW 320i in grün-metallic. Ich glaube 1978 oder 1979 haben meine Eltern den gekauft und sie waren damals irre stolz, dass sie den ersten 6-Zylinder in Bielefeld bekommen haben 🙂

Alex-Kahl-BMW-Kind

der kleine Familienautsucher bei der Arbeit 😉

Später gab es dann nen 318 Kombi, der dann von einer der letzten alten A-Klassen abgelöst wurde. Rentnerauto halt 🙂

5. Und an welche Geschichten aus Deiner Kindheit in Sachen Auto kannst Du Dich noch erinnern?

Zum Käfer fällt mir nicht viel ein. An die Reise nach Österreich, als ich 1 1/2 Jahre alt war erinnere ich mich nur noch wegen der Super8-Filme, die davon existieren. Und dann erzählt meine Mutter heute noch gerne, dass die Kiste damals mal nicht angesprungen ist und ich als ungefähr Zweijähriger, der gerade mal reden konnte meinte:

„Is‘ der Verteiler.“

Als mein Dad dann nach der Arbeit nach Hause kam und sich das Auto angeschaut hatte, kam er hoch und sagte:

„Der Verteiler war nass geworden. Einmal ausgewischt, jetzt läuft er wieder.“

Leider war dieser Zufallstreffer dann das einzige Mal, dass ich in 41 Jahren Kompetenz in Sachen Autoreparatur gezeigt habe 🙂 Und vermutlich war Verteiler auch das einzige Fachwort, dass ich kannte. Ach ne – Vergaser kannte ich auch. Den haben wir das eine oder andere Mal auch auseinander gebaut.

Beim BMW gibt es viel mehr Erinnerungen. Das Auto hat unsere Familie über 20 Jahre begleitet.

  • Ich durfte recht früh schon die Zündung anmachen und im Auto Radio hören und habe bei Familienfeiern, wenn mir die Menschen zu viel wurden, oft im Auto gesessen und ???-Cassetten gehört.
  • Überhaupt Musik: Besonders erinnere ich mich noch an die GANZ SCHLIMME siebziger Jahre Disco und Funk-Mucke, die meine Eltern auf Urlaubsreisen gehört haben. Die ersten Songs, die ich noch bewusst von Autofahrten im Ohr habe sind diese beiden:https://www.youtube.com/watch?v=5Sx322A5qdkhttps://www.youtube.com/watch?v=Me8ncfCgWOI
  • Ich erinnere mich noch mit Ehrfurcht vor meinem Vater an  die Fahrt von Frankreich nach Hause. In Marseille verfahren, stundenlang Nebel, mein Dad hatte irgendwann ganz Blut unterlaufene Augen. Navi? 1979? Wir waren froh, wenn es wenigstens mal nen Schild gab 😉

Aber auch andere Autos haben meine Kindheit geprägt. Der Audi 80 mit uns eine Mutter eines Schulkumpels von der Schule abgeholt hat und wir zu 4 hinten sassen. Oder wenn der Vater eines anderen Freundes mit seinem 7er abgeholt hat. Oder als ein Freund des selben Vaters mit seinem Ferrari F40 zu Besuch war. Der Bekannte meiner Eltern, der Jäger war und mit dem ich mal im Land Rover Discovery durch den Wald crossen durfte. Die erste Fahrt in einem Porsche 911 als es mich zum ersten Mal richtig in die Sitze gedrückt hat…

Ganz großes Kino war immer, wenn Paps mit dem VW T3 Firmenbulli nach Hause gekommen ist. Da war für mich immer Klettertour und LKW-Fahrer spielen angesagt. Der gute, alte Bulli Anfang der 80er hatte ja noch den rappelnden Boxermotor hinten und war für mich ungefähr so aufregend wie auf einer Baustelle spielen zu dürfen. Und dass man von vorne nach hinten durchlaufen konnte! RIESIG!

6. Wie wichtig ist Dir ein Auto überhaupt?

Kannst Du Dir auch mit Kind ein Leben ohne Auto vorstellen oder lebst es sogar und wenn ja wie kam es dazu? Braucht Ihr kein Auto, habt Ihr Euch ganz bewusst gegen ein Auto entschieden?

Ach naja, ich mag Autos schon irgendwie. Wenngleich in den letzten Jahren die Begeisterung und der Spaß am Fahren eher dem Bedürfnis nach Nachhaltigkeit und Vernunft gewichen sind.

Hier auf dem Ponyhof sind wir ohne Auto aufgeschmissen. Kommen wir von hier mit dem Auto in unter 10 Minuten in die Innenstadt, dauert es mit den Öffentlichen eine gute Stunde. Das ist absolut indiskutabel für mich. Als ich noch in der Innenstadt gewohnt habe, konnte ich auf’s Auto auch mal verzichten.

Aber mittlerweile betrachte ich Autofahren leidenschaftsloser als früher. Ich merke, dass die Begeisterung für Young- und Oldtimer immer größer wird, um das Fahren bewusst zu genießen. An neuen Autos interessiert mich alles, was mir das Leben leichter und angenehmer macht und Zeit spart.

Pragmatismus rules.

7. Kombi? Kompakter? Van mit Schiebetür?

Was ist die typische Form für ein Familienauto für Dich?

Habe ich in diesem Artikel etwas genauer drüber nachgedacht.

Wie oben gesagt:

  • Das Familienauto meiner Kindheit war ne Limousine.
  • Für mich ist nen Kombi das passende – am besten als Elektroauto
  • Traum-Familienauto wäre ein viersitziges Cabrio – das Beste aller Welten

8. Sparsam oder Fahrspaß?

Me and the Ferrari 458 Italia

Mit dem Ferrari 458 Italia in Maranello unterwegs

Wie schon gesagt, siegt bei mir langsam die Vernunft. Ich habe bis zum Ferrari auf der Teststrecke in Maranello und Porsche 911 auf der ehemaligen Formel 1 Strecke Estoril dem Jaguar F-Type auf dem Bilster Berg und mit knapp 270 auf der Autobahn, einem Land Rover Defender im Gelände und einem echten Willys Jeep im Wald so ziemlich alles an Fahrspaß gehabt, was ich mir wünschen kann. Von daher ist mir im Alltag eher sparsam lieber. Zudem die meisten Autos, die man heute so bekommt alle ein Grundmaß an Fahrspaß bieten, finde ich.

Viel wichtiger ist mir, dass das Radio meine Podcasts per Bluetooth sofort weiter abspielt, wenn das Auto angeht. Das die Podcasts zurück gespult werden, wenn das Navi sie mal unterbrochen hat.

Wendige, schnell einzuparkende Autos liebe ich sehr, da ich es meistens eilig habe und meine Zeit ungerne mit langwierigen Parkmaneuvern verschwende. Jaaa ich gebe zu, nicht gerade der beste Einparker zu sein, aber hey: Ich kann nicht richtig dreidimensional gucken, dafür finde ich meine beulenfreie Fahrerkarriere (Toi,Toi,Toi) mehr als beachtenswert.

9. Wieviel ist Dir ein Auto wert?

Hm. Das was es mir im Gegenzug bietet. Ich mache große Investitionen vor allem immer danach fest, ob ich auf mittlere bis lange Sicht damit Geld verdienen kann. Sei es durch Zeit-Erspranis, Inspiration, Produktivität.

Da hat Autos nicht so viel auf der Haben-Seite wie Bücher, Notebook, iPhone, Arbeitszimmer und inspirierende Erlebnisse.

Die Vernunft würde mich vermutlich eher einen Jahres- oder Gebrauchtwagen kaufen lassen, da es dann mehr fürs Geld gibt. Außer: Ich bin scharf auf ein ganz bestimmtes Feature, dass es nur in neu gibt. Ein Beispiel, was mir da gerade einfällt wäre ein Tesla. Allerdings geht da die Geld-verdienen-zu-Preis-Schere GANZ weit auseinander 🙂

„Wie kann man überhaupt mit einem Auto Geld verdienen?“ fragen sich vielleicht nun einige von Euch. Da fällt mir neben den offensichtlichen Antworten wie Taxi-Fahrer oder Kurierdienst noch was anderes ein:

Ein Bekannter hatte sich mal ein sehr teures Auto geleast, das er bewusst eingesetzt hat um von den Kunden mit denen er zusammen gearbeitet hat, ernst genommen zu werden. Ob das nun eher um sein Ego ging, oder dadurch tatsächlich mehr Abschlüsse zustande kamen als wenn er mit einem Kleinwagen vorgefahren wäre, weiß ich nicht. Ihm war es diese bewusste aber nach eigenen Angaben leidenschaftslose Investition wert.

10. Familienauto-Features was ist ein MUSS und was würdest Du Dir zukünftig wünschen?

Ich kann diese Frage noch gar nicht so genau beantworten, dazu muss ich wohl erst einige Jahre Familienerfahrung auf dem Buckel haben 😉

Aus dem Gefühl heraus würde ich sagen:

Mehr Assistenzsysteme bis hin zum autonomen Fahren wäre vermutlich der größte Zugewinn. Denn dann könnte ich mich auch während der Fahrt um meine Mädels kümmern, denn wenn wir mal ehrlich sind, dann ist Zeit, die man mit Auto fahren verbringt nur um von A nach B zu kommen, verlorene Lebenszeit, die einem keiner zurück geben kann.

Weniger in die Zukunft gedacht würde ich – zumindest jetzt im Winter sagen: Eine Standheizung, Sitzheizung hinten und beheizbare Kindersitze wären super! Die kleine Piratin mag es nämlich über-haupt-und-gar-nicht, wenn sie in einen kalten Kindersitz gepackt wird!

Meine Wunschliste an Features und welche Ausstattungsmerkmale ein Familienauto mitbringen muss, baue ich hier mit wachsender Erfahrung nach und nach zusammen.

11. Bonusfrage: Was ist Dein bester Tipp, wenn man mit Kindern im Auto unterwegs ist?

Auch hier kann ich ja noch nicht so wirklich aus eigner Erfahrung sprechen. Ein Kumpel von mir hat mir da aber letztens schon was mit für Langstrecken mit auf den Weg gegeben:

IKEA für lange Touren in die Routenplanung mit aufnehmen!

Wenn man von Süddeutschland aus nach Bielefeld oder Berlin fährt, ist man gerne mal 6-7 Stunden unterwegs. Zwischendurch müssen die Kiddies aufs Klo, was essen und sich mal bewegen. Autonbahnraststätten sind teuer und so wirklich Spielraum zum austoben gibt es dort meistens auch nicht. Deswegen werden immer die IKEAs entlang der Route heraus gesucht und zum Pause machen angefahren. Die Kinder kommen zum zappeln Smalland,  dann kann in Ruhe  zu halbwegs moderaten Preisen gegessen werden und dann wird entspannt weiter gefahren.

Kategorie: Thema Familienauto

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Online seit 1992, Autoblogger und Social Media Heini der ersten Stunde. Hier auf der Suche nach dem perfekten Familienauto.

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