Auto-Hacks, Thema Familienauto
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Achtsam Autofahren = besser Auto fahren.

Achtsam Autofahren - Shell Drives You

Habt Ihr Euch schonmal ins Auto gesetzt, seid losgefahren und 20 Minuten später am Ziel angekommen und konntet euch kein bisschen dran erinnern, was ihr die letzten 20 Minuten gemacht habt? Dann seid ihr vermutlich in Trance gefahren. Ein ganz guter Ausgangspunkt um achtsames Autofahren zu üben.

Achtsamkeit und Mindfulness sind Buzzwords der letzen 2-3 Jahre. Eigentlich stammen die Begriffe aus dem Zen-Buddhismus und bedeuten voll und ganz im Moment zu sein, nichts zu werten und  mit voller Absicht aufmerksam zu sein.

Was hat Achtsamkeit mit dem Autofahren zu tun?

Naja zunächst einmal ist es ja durchaus erstrebenswert, beim Autofahren mit voller Absicht ganz bei der Sache zu sein.

Meditieren beim Autofahren würde ich jetzt auch nicht gerade empfehlen. Aber das bewusste wahrnehmen von allem, was mit einem selbst und um einen herum passiert ist ein sehr gutes Training – auch gegen Stress.

Gerade im Familienauto kann es nicht schaden, Stress zu vermeiden oder zumindest besser mit ihm umgehen zu können, oder? 😉

Shell Drives You und GoWell

Ich habe 2 Wochen lang einen Fitness Tracker für eine Studie, die Shell mit 300 Teilnehmern in Deutschland durchführt getragen. Genaueres könnt Ihr in meinem anderen Blog nachlesen. Der Tracker hat meine Bio-Daten aufgezeichnet:

  • Puls
  • Blutdruck
  • Atemfrequenz
  • Gemütszustand / Stresslevel
  • Erschöpfungsgrad

Die Shell Drive App, die ich parallel zu jeder Fahrt aktiviert habe, hat die Fahrdynamik Daten des Autos gemessen:

Was hat es mir das Quantified Driving unmittelbar gebracht?

Management Papst Peter Drucker hat Recht:

What gets Measured gets managed

Alleine die Tatsache zu wissen, dass ich gerade verschiedenste Daten über mich und meinen Fahrstil aufzeichne, macht mich zu einem achtsameren und meiner Meinung nach besseren Autofahrer.

Automatisch fahre ich dann bewusst vorausschauend. Gehe früher vom Gas. Bremse weniger hart und versuche so gleichmäßig wie möglich zu rollen.

Versuche vorher zu sehen, wie sich andere Verkehrsteilnehmer verhalten werden. Und bin weniger überrascht, wenn sich jemand unberechenbar verhält. Das führte gefühlt (die Studie wird erst noch von einer Uni in London ausgewertet) dazu, dass ich viel entspannter unterwegs gewesen bin.

Wie könnt ihr ohne Tracker und Apps achtsamer autofahren?

Hier mal ein paar Tipps, die Ihr direkt bei der nächste Fahrt umsetzen, entspannter und konzentrierter zugleich unterwegs sein und damit Euer Hirn ein wenig trainieren könnt:

1.Setzt Euch ins Auto, nehmt 3 tiefe Atemzüge bevor ihr den Schlüssel umdreht und nehmt euch vor auf der Fahrt Euer Auto, Eure Umgebung und Eure Fahrt so bewusst wahrzunehmen, wie ihr könnt. Fühlt den Rücken im Sitz, das Lenkrad in der Hand, die Pedale unter den Füßen, den angenehmen Luftzug aus der Klimaanlage auf Armen oder Gesicht.

  1. Lasst dazu das Radio einfach mal aus. Hört auf den Motor, die Straße unter Euch. Welche Geräusche macht euer Auto in welcher Situation. Könnt Ihr ohne auf den Tacho zu schauen nach Gehöhr fahren und wisst vom Geräusch her, wie schnell ihr gerade fahrt?

  2. Fahrt so gleichmäßig wie möglich. Rollt mit Abstand an eine Ampel heran. Versucht mit ausreichend Abstand zum Vorderfahrzeug über die Ampel zu kommen, ohne bremsen zu müssen. Zögert den Rollvorgang so lange heraus, bis die Ampel wieder grün wird, so dass ihr nicht vollständig zum Stillstand kommen müsst.

  3. Hört auf Euch selber beim Fahren. Nehmt die Bewegungen und das Feedback des Lenkrads auf. Haltet das Lenkrad nur mit Fingerspitzen fest und spürt, wie sich das Auto in verschiedenen Situationen und Untergründen verhält.
    Aber nehmt auch wahr, wenn ihr euch über andere Autofahrer beginnt aufzuregen. Wertet nicht, sondern lasst den Ärger einfach vorbei ziehen, statt Euch reinzusteigern. (Dieser Punkt fällt mir mit am schwersten :))

  4. Entspannt Euch beim Fahren. Für die meisten von uns ist Autofahren der pure Stress. Insbesondere, wenn wir es eilig haben. Versucht das ganze mal umzudrehen und erholter aus dem Auto auszusteigen, als ihr losgefahren seid. Bei mir hat es fast immer funktioniert, wenn ich es mir vorgenommen habe.

  5. Atmet. An jeder Ampel atmet bewusst ein und aus. Achtet nur auf die Ampel und eure Atemzüge. Ein. Aus. Ein. Aus. Ein. Aus. Grün. Entspannt losrollen.

  6. Unbewusstes Denken vermeiden. Unbewusste Gedanken sind meistens negativ und wird durchleben bzw. durchdenken unangenehme Situationen immer und immer wieder. Wenn Du während der Fahrt nachdenkst, vermeide diese Denkmuster und versuche während der Fahrt alle Gedanken auszublenden und dich nur auf dich, dein Fahrzeug und deine Umgebung zu fokussieren.

  7. Wenn Dich plötzlich etwas ablenkt – sei es der Einkaufszettel, der Termin zu dem du auf dem Weg bist oder ein anderer Verkehrsteilnehmer um Dich herum, nicht schlimm: Atme tief durch, finde Deine Konzentration wieder und fokussiere sie auf die Straße und dein Auto.

  8. Akzeptiere, was Du nicht ändern kannst und sei nett und großzügig zu anderen. Jemand zieht vor Dir rein. Ist ok. Lass es gut sein. Lächle. Du kannst es nicht ändern. Eine Baustelle oder ein Stau, den Du nicht umfahren kannst? Nutze die paar zusätzlichen Minuten für mehr Konzentration statt dich zu ärgern.

  9. Hole Dir zwischendurch immer mal wieder Feedback zu Dir selber: Hast Du das Lenkrad krampfhaft umklammert? Sitzt Du unbequem oder hat sich Dein Fuß verkrampft? Nutze die Fahrt um gezielt auf deinen Körper zu hören und dich zu entspannen.

Wenn Du angekommen bist: Mach das Auto aus. Bleib ruhig sitzen, schließe die Augen und nimm 3 tiefe Atemzüge, bevor Du aus Deiner kleinen, komfortablen Blechblase aussteigst.

 

Fragen oder Ergänzungen? Hau's raus!